Passion, Lust and Tenderness
Schöne zeit fuer neues Bilder:
Passion, Lust and Tenderness

Bild von h.koppdelaney
Venus is her name… She got it!!! Yeah….
HKD
Ansichtssache
Thema Nr. 4
Was sind meine Ansichten über Sexualität und Lust?
Freuden ohne Reue?
Erotische Lust empfand ich bereits als Kind, doch setzte die unwiderstehliche Sehnsucht nach Befriedigung dieser Energie erst massiv während meiner Pubertät ein. Ich fand Erleichterung des drängenden Triebes durch regelmäßige Selbstbefriedigung und mit zunehmendem Alter auch mit Freundinnen. Ich benahm mich jedoch unbeholfen und selbstsüchtig, fühlte mich schüchtern, hilflos und vor allem unerfahren. Emotionale Verwirrungen begleiteten mich bis ich Anfang zwanzig eine feste Freundin gewann.
Ich habe den Begriff „gewinnen“ bewusst gewählt, denn auch Beziehungen zu Menschen unterlagen meinen Vorstellungen, die durch meine Erziehung geprägt wurden. Auf dem Schlachtfeld von Partnerschaft, Liebe und Erotik herrschte Wettbewerb. Es ging um Vergleiche über Aussehen, Potenz, wirtschaftliche Leistungskraft und gesellschaftlichen Status.
In meiner Welt standen die herzlichen Aspekte weit hinten, denn sie wurden als unbeständig schwächlich und irrelevant angesehen. Mit Sex und Eros ging ich daher pragmatisch um und mir reichte lange Jahre eine Triebbefriedigung ohne Herz, trotz heimlicher Sehnsucht.
Auch nach meiner Heirat blieb meiner Frau gegenüber das Herz verschlossen. Ich fühlte mich eng mit ihr verbunden und auch stark auf sie bezogen, doch Liebe spürte ich nicht für sie. Dieser Umstand war mir bewusst, doch ich wusste nicht, dass ich gar nichts mehr lieben konnte, weder Menschen, noch Tiere, noch mich selbst. Im Verlauf meiner Kindheit und Jugend hatte ich mein Herz verschlossen, der Schmerz und das Leiden an den herzlichen Gefühlen, die in meiner Umgebung als Schwäche angesehen wurden, erschienen mir unerträglich.
Nach der Pubertät verwechselte ich die Energie der Begierde und den Wunsch nach Bezogenheit und Sex mit Liebe. Es bedurfte viele Jahre, bis mir die unterschiedlichen Aspekte von Begierde bewusst wurden.
Begierde ist die Wurzel aller Formen von Anziehung ob in Bezug auf Dinge oder Menschen und repräsentiert neben der Abstoßung einen Pol innerhalb der kosmischen Dualität.
Die Tiefenpsychologen Sigmund Freud und C.G. Jung nannten die dualen Kräfte Eros und Thanatos. Ihnen entspringen alle anderen Gegensatzpaare wie: Anziehung – Abstoßung oder Schöpfung und Zerstörung.
Im Zeichen von Yin und Yang wird die Einheit dieser Dualität seit mehr als zweitausend Jahren abgebildet. Mystiker verwenden dieses Bild, um den dynamischen Aspekt und den ständigen Wechsel dieser Kräfte darzustellen.
Beide Energien, die der Anziehung (ich bezeichne sie als B4) und die der Abstoßung (A4) entspringen der einen Quelle (dem universalen Bewusstsein), versinnbildlicht in einem einzigen Zeichen. Liebe hat ihren Ursprung in dem Einen – häufig dargestellt als Kreis oder Kugel – und Hass ebenfalls.
Auf der körperlichen Ebene motiviert die Energie der Vereinigung (Motivationskraft B4) nicht nur zur Fortpflanzung. Für mich ist der lustvolle, aber auch der triebhafte Akt eine rituelle Vereinigung der Gegensätze, eine Verschmelzung zur Ganzheit.
Ich sehe die menschliche Vereinigung als ein Abbild für die kosmische Vereinigung der Gegensätze von männlich und weiblich, von Verstand und Gefühl, von Tag und Nacht oder Sonne und Mond. Diese Metaphern werden von allen mystischen Schulen verwendet, um die Unio Mystica (Vereinigung der Gegensätze) zu verbildlichen.
Im späteren Verlauf meines Lebens erkannte ich die tiefe Symbolik die in jedem Akt der Vereinigung liegt, und die Freude und Lust am erotischen Spiel vertiefte sich mit der zunehmenden Liebe für die gesamte Schöpfung, die ich aus dem Zentrum meiner Seele heraus wahrnehme.
Die Liebe für mich und meinen Körper löste eine lange Phase von Selbsthass ab (A4). Dunkelheit und Ebbe im emotionalen Bereich wurden zu Licht und Fülle. Die Dynamik des Wandels bestätigte sich mir und wurde mir zur tiefen Gewissheit. Alles geht vorüber. Weder kann sich Unlust halten noch die Lust, obwohl gerade diese Ewigkeit ersehnt. Doch jeder Befriedigung folgt ein Erschlaffen, jedem Höhepunkt eine Pause.
Begierden verwickeln mich ins Leben, Abstoßungen erlösen mich von ihnen. Wie könnte ich mich auf Beziehungen einlassen und neue Erfahrungen sammeln, wenn es niemals Abstoßung (A4) und mit ihrer Hilfe Befreiung und ein Ende gebe?
Die Vorzüge von Lust und Sexualität kann ich seit dem Ende meiner rigiden Vorstellungen von Moral und Anstand endlich genießen. Die östlichen, vor allem buddhistisch tantrischen Schriften haben meinen Blick auf Eros und Lust vertieft und befreit.
Bewusst erfahrene Lust und Sexualität gepaart mit den Gefühlen des Herzens ist das Ergebnis eines langjährigen Prozesses der Befreiung von den Tabus und engen Vorstellungen einer bürgerlichen Erziehung.
Ich stellte allerdings fest, dass zahlreiche Hemmungen im Bereich des Eros aus früheren Inkarnationen zu stammen scheinen. Träume und Visionen zeigten mir, dass eine ungehemmt und unbewusst ausgelebte Sexualität leidvolle Krankheiten mit sich brachten.
Venus ist eine verführerische Göttin und der Gott Amor ein Verzauberer. Eros nimmt keine Rücksicht auf Ordnungen oder Eheversprechen. Dennoch entspringt Venus nicht ihrer selbst, sondern ist Tochter des Gottes Jupiter. Alle Triebe haben ihren Ursprung in der Einheit, dem Zentrum des eigenen Geistes. Auch Blockaden entspringen der innersten Quelle oder dem höheren Selbst.
Hemmungen, Schüchternheiten, Selbstkontrolle im erotischen Bereich haben oder hatten für mich einen Sinn. Ich halte es für angebracht, jede Form einer Blockade auf diesem Gebiet möglichst tiefgründig und respektvoll zu ergründen.
Ist die Zeit für eine Lösung gekommen, wird sie mit Sicherheit viel Lust und endlich eine Freude ohne Reue bringen.
HKD
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HKD
Lawn-Mower-Man

Bild von h.koppdelaney
What annoys you?
HKD
Falls Psychologie interessiert: Basis der Konflikte
Warum streiten wir uns?
Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Während der eine Tanz und Unterhaltung wünscht sucht der andere die Stille. Expansion und Reduktion sind unterschiedliche Motivationskräfte die zu unterschiedlichen Zeiten in Menschen eines kleinen oder großen Kollektivs auftauchen.
Ich suchte wieder einmal die Stille, legte mich auf die Gartenliege und schlug bei mildem Wetter und Sonnenschein mein Buch auf. Kaum hatte ich zehn Minuten gelesen, sprang bei meinem Nachbarn der Rasenmäher an und aus Erfahrung wusste ich, dass dieser nun mindestens eine Stunde knattern und meine inneren Widerstände gegen diese Störung es mir kaum mehr möglich machen würden, die Aussagen des Textes in ihrer Tiefe zu verstehen.
Ich klappte das Buch zu, stand widerwillig auf und zog mich ins Haus zurück. Wenig später – ich hatte mich gerade am Küchentisch sitzend in meine Lektüre vertieft, klingelte das Telefon. Ich nahm nicht ab, denn das Display zeigte den Anrufer als unbekannt an.
Die neue Unterbrechung aber nahm ich zum Anlass, mir einen Becher Tee zuzubereiten, den ich gerade neben mein Buch stellte, als die Türklingel ging. Das Paket, das ich entgegennahm, enthielt eine Taschenbuchausgabe, während ich den gebundenen Band bestellt und per Vorkasse bezahlt hatte.
Ich spürte Wut in mir aufsteigen und verbrannte meine Zunge, als ich einen Schluck vom noch viel zu heißen Tee nehmen wollte. Bei dem Versuch, die Tasse schnell abzustellen, schwappte etwas Tee über den Rand auf das Buch und hinterließ einen leicht braunen Fleck, nachdem ich die Seite mit einem Küchenhandtuch abgewischt hatte.
In diesem Augenblick klingelte das Telefon erneut. Ich ergriff den Hörer und sagte mit energischem Tonfall: „Ja, bitte!“
Nach einer kleinen Schrecksekunde meldete sich eine junge Frau mit dem Hinweis, dass mein Zahnarzt erkrankt sei und der Termin um drei oder vier Tage verschoben werden müsse. Der Zahn tue noch nicht weh, sagte ich und stimmte der Verschiebung um genau einer Woche zu.
Innerlich kochte ich, als ich mich wieder an mein Buch setzte und malte mir nun aus, wie es wohl sei, wenn ich jetzt einfach die Terrassentür aufreißen und schreien würde: „Ich hasse Rasenmäher!!!“
Ich unterdrückte jedoch die Wut und ließ sie nicht zu einer Handlung werden, die nur als Bumerang auf mich zurück gekommen wäre. Die äußeren Umstände hatten aber nun dazu geführt, dass ich innerlich unter Druck stand, ohne ein Ventil für die Energie zu haben.
Ich schlug das Buch unbeabsichtigt an einer Stelle auf, an der ich folgende Sätze las: „Aggression ist eine in jeder Kreatur wohnende Energie. Der Wille zum Überleben steckt auch im Menschen und Habgier und Geschlechtstrieb sind kraftvolle Energien die ihre Wurzeln im Überlebenstrieb finden.
Wettbewerb um Nahrung und Ressourcen halten den Menschen auf der unbewussten Ebene der niederen Instinkte, der Welt der Tiere sozusagen. Der Mensch kann die Ebene der Tiere verlassen, sobald er die Instinkt- und Triebwelt als eine Phase in seinem Leben erkennt. Die Phase als solche wird bewusst durch das Leiden, das durch Gegensätze, Streit und Krieg entsteht. Das Leiden an niederen Instinkten ist die Antriebsfeder zur Befreiung von der Unwissenheit über den eigenen Schatten, die eigene Aggression.“
Ich fühlte, was es heißt, aggressiv zu sein. Der Schatten ist eine gewaltige emotionale Macht. Hinter meinen Worten steckte die Energie der Macht und der Revierverteidigung: „Ich hasse Rasenmäher!“ Das ist verbalisierte Aggression. Und wenn ich sage: „Ich hasse mich dafür, dass ich hassen muss“, dann ist das Autoaggression.
Zwei Parteien in mir liegen im Streit: Verstand und natürliche Emotion, und das spiegelt sich im Außen. Ich selbst habe gerade das Bedürfnis nach Ruhe, während der Lärm dem Bedürfnis meines Nachbarn entspringt, seinen Garten zu pflegen.
Unterschiedliche Bedürfnisse treffen ständig aufeinander. Die daraus entstehenden Konflikte lassen sich ebenso wenig umgehen wie aufsteigende Emotionen von Wut und Hass. Die Lösung des äußeren wie inneren Unfriedens liegt in der Akzeptanz von Sympathie und Antipathie, die in wechselnder Intensität in meinem System auftauchen. Es ist mir unmöglich permanent zu lieben, ich muss auch hassen und diese Energie in mir ertragen.
Als ich das Buch zuschlug, hörte der Rasenmäher draußen auf zu rattern. Jetzt, wo ich die Stille nicht mehr suchte, war sie plötzlich (wieder einmal) da.
HKD
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HKD
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